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Jüdische Vegetarier

Sicherlich vereinfacht eine vegetarische Ernährung auch das Ritual des Koschermachens, denn man muss nicht Fleisch und Milchprodukte trennen (siehe Kashrut). Es gibt ein Witz über einen Veganer, der koscher leben wollte aber fand, dass es für ihn zu einfach sei. Also bestimmte er einfach einige Gemüse als „Fleisch“ und andere als „Milchprodukte“ und wieder andere als „parev“ (neutral) und aß niemals „Fleisch“gemüse zusammen mit „milchigem“ Gemüse.

Der Großteil der vegetarischen Lebensmittel sind koscher. Tatsächlich gibt es sogar Vegetariar, die sich nicht koscher ernähren aber auf die Zertifizierung, das etwas koscher ist, achten um sicherzustellen, dass die Lebensmittel, die sie kaufen auch vegetarisch sind. Bohnen, Samen, Obst, Gemüse und Milchprodukte können bedenkenlos in jeder Kombination gegessen werden und müssen nicht koscher zertifiziert werden, solang sie nicht behandelt wurden. Sind sie behandelt, sollten sie die Lebensmittel koscher zertifizieren lassen, um sicher zu gehen, dass sie nicht mit denselben Utensilien zubereitet worden sind wie nicht-koschere Lebensmittel und dass sie auch keine nicht-koscheren Inhaltsstoffe enthalten.

Traditionsgemäß isst man Fleisch um zu feiern, beispielsweise an Shabbat und besonderen Festen, jedoch ist das keine Voraussetzung. Es gibt keinen Feiertag oder Brauch, der es vorschreibt, Fleisch zu essen und die meisten symbolischen Lebensmittel, die an Feiertagen gegessen werden sind vegetarisch. An Shavu’ot ist es sogar Tradition Milchgerichte zu essen (die ja nicht zusammen mit Fleisch gegessen werden dürfen). Fleisch ist traditionsbedingt Bestandteil des Shabbatmals oder auch bei Feiern, einfach um sie festlicher zu machen. Doch solange Sie etwas besonderes essen, etwas, das sie nicht jeden Tag essen, sollte das ausreichen um die nötige festliche Stimmung zu schaffen.

Das einzige Gebiet, das bei den Vegetariern für Bedenken sorgen könnte, ist der Gebrauch von Dingen, die aus tierischen Überresten für rituelle Zwecke hergestellt werden. Die Torah ist auf Pergament aus Tierhaut geschrieben, ebenso die Schriftrollen in der Mezuzah und den Tefillin. Die Tefillin sind aus Leder. Der Schofar, der zu Rosh Hashanah geblasen wird ist ein Horn von einem Schafbock. Das jüdische Gesetz verlangt nach alledem. Was soll nun ein Vegetarier tun, der die religiösen Rituale befolgen möchte? Die Internetseite JewishVeg für jüdische Vegetariar weißt darauf hin, dass nur eine ganz geringe Anzahl an Tieren für diese Zwecke genutzt werden und gibt an, dass das jüdische Gesetz es erlaubt, diese rituellen Gegenstände auch aus Tieren zu fertigen, die eines natürlichen Todes gestorben sind (wobei momentan niemand Werbung dafür macht – vielleicht eine bisher verkannte Geschäftsidee?) Denken Sie auch daran: die Tierprodukte, die zurzeit benutzt werden sind lediglich ein Abfallprodukt der tausendmal größeren Fleischindustrie. Sollte die Fleischindustrie einmal nicht mehr genügend Nebenprudukte erzeugen, finden Sie vielleicht auch mehr Gegenstände zur Ausführung jüdischer Rituale, die von Tieren gemacht werden, die auf natürliche Weise starben.

 

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